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Spricht sein stilles Leben eine unüberhörbare Sprache

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Datum:
20. März 2025
Von:
Rainer Stuhlträger

In diesen Tagen halten einige scheinbar starke Männer die Welt wieder in Atem. Als Mann bin ich froh, dass wir in dem Heiligen Josef, den wir am 19. März feiern,  ein ganz anderes Vorbild geschenkt bekommen.

Josef ein Mann mit  königlicher Abstammung ist auf den ersten Blick eher der Mann im Hintergrund. An wenigen Bibelstellen ist er zu finden und kirchlich wurde der Hl. Josef erst ab dem 9. Jahrhundert populär. Die biblischen Aussagen sind sparsam. Im Matthäus lautet es kurz, er sei „gerecht“. Es finden sich keine Worte seiner Gefühle bei seiner anstrengenden Reise mit seiner schwangeren Maria nach Betlehem, oder als seine Familie nach Ägypten fliehen musste. In Erinnerung ist mir eine Darstellung des Josef aus Freiburg. Dort zeigt der sg. Schnewlin-Altar den Josef, wie er während der Anbetung der Heiligen Könige einfach schläft. Josef der Mann im Hintergrund, der den anderen den großen Auftritt überlässt. Und dennoch kommt diesem Tischler aus dem unbekannten Dorf Nazareth eine überragende Bedeutung zu. Denn gemeinsam mit Maria geht er diesen für uns Christen so wichtigen Weg des Glaubens voran. Weil er aber aus seiner Rolle kein Drama macht, darum, so Christian Feldmann, „spricht sein stilles Leben eine unüberhörbare Sprache“. Weil  er, der eher still ist, ein waches Ohr und ein großes Herz hat, und zupackt, wenn es von ihm verlang wird. Einen großen Respekt von dem schlichten Alltag lässt sich von Josef lernen. Oder wie es Papst Johannes Paul II ausdrückt: „Dank seiner Werkbank, an welcher er sein Handwerk zusammen mit Jesus ausübte, brachte Josef die menschliche Arbeit dem Geheimnis der Erlösung näher.“

Daneben ist er und seine Maria für mich auch ein Vorbild für die Partnerschaft. Er zeigt , gleich zu Beginn, in der Frage der Schwangerschaftsverhältnisse, seine schonende behutsame Liebe und keinen gekränkten Stolz und hielt zu seiner Maria. „Josef will nicht besitzen, sondern schützen.“ Ich wünsche allen, die ein Josef in ihrem Namen haben, einen guten Namenstag.  

Rainer Stuhlträger
Pastoralreferent
Pastoraler Raum Wadern